Knoblauch

Die Vanille des Armen Mannes




Kategorie: Gemüse - Knoblauch

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 Rezeptregister-Nr:  K153
 Erfassungsdatum:  25. 07. 2012

Beschreibung:


Knoblauch ist ein Zwiebelgewächs aus der Lauchfamilie und wird als Gewürz- und Heilpflanze genutzt.

Der deutsche Name des Knoblauchs kommt aus dem althochdeutschen Wort "Klioban" was soviel "Spalten" bedeutet. Da die Zehen des Knoblauchs wie gespaltene Tierklauen aussehen, erhielt der Knoblauch im Mittelalter die "Chlobilou" oder "Chlofalauh". Umgangssprachlich wird der Knoblauch auch "Knobi", "Knofi", "Knowwlich" oder "Knofl" genannt. Die Schweizer nennen den Knoblauch auch "Chnobli".

1989 wurde der Knoblauch in Deutschland zur Arzneipflanze des Jahres gewählt

Der wilde Knoblauch aus Asien gilt mittlerweile als ausgestorben. Als Kulturpflanze kam der Knoblauch aus den Steppengebieten von Zentral- und Südasien über den Mittelmeerraum nach Europa. Im Asiatischen Raum wird dem Knoblauch bis heute aphrodisierende Wirkung zugesprochen.

Als Nahrungs- und Heilmittel war Knoblauch bekannt. Knoblauch wurde als Stärkungsmittel und zur Vertreibung von Läusen und Darmparasiten von den Ägyptischen Sklaven verwandt. Wurde die tägliche Knoblauchration bei den Pyramidenarbeitern gekürzt, legten diese die Arbeit nieder.

Bereits die Griechen und Römer wussten von der heilsamen Wirkung der Pflanze. Auch Odysseus schützte sich vor dem Zauber der Circe mit Knoblauch.

Der Talmud empfiehlt Knoblauch zum stetigen Genuss, da er den Körper sättige, dem Geist Klarheit gibt, die Manneskraft stärkt und Krankheiten des Darmes vertreibt.

Im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung hat der antike Arzt Pedanios Dioscurides über die Vielfältigkeit der Einsätze in der Medikation beschrieben. Diese Einsätze blieben bis ins Mittelalter maßgeblich. Bisswunden von Hunden oder Schlangen, Haarausfall, Zahnschmerzen, Hautausschläge, Lungenleiden oder Menstruationsstörungen mit der Verabreichung von Knoblauch behandelt. Da Knoblauch allgemein als entgiftend galt, wurde er im Späten Mittelalter auch gegen die Pest angewandt.

Zur Abwehr von Vampiren, Geistern und Dämonen galt Knoblauch in dieser Zeit - wie alle stark riechenden Pflanzen - als besonders Wirkungsvoll.

Der englische Arzt und Kräuterkundler Nicholas Culpeper riet in seiner Vier-Säfte-Lehre: "man solle Knoblauch nur mit äußerster Mäßigung verzehren" da dieser eine "gewaltige Hitze" nicht zuträglich sei.

Vermutlich wurde der Knoblauch durch die vormarschierenden Römer zu uns gebracht und durch die Kultivierung in den Klöstern verbreitet. Im Caputlare de villis von Kaiser Karl dem Großen wurde der Knoblauch unter den zu kultivierenden Pflanzen genannt.

Mittlerweile ist Knoblauch auf der ganzen Welt als Gewürz und Gemüse verbreitet. Er erfreut sich größter Beliebtheit in den Küchen des Nahen Ostens, des gesamten Mittelmeerraumes und in weiten Teilen Asiens.

In Gerichten wie den "italienischen Spaghetti aglio e olio" in Italien, dem "Knoblauchbrot" in Deutschland, dem "Tzatziki" im östlichen Mittelmeerraum und der "Aioli" westlichen Mittelmeerraum ist Knoblauch ein unbedingtes muss. Zur Geschmacksverbesserung und -Verstärkung wird Knoblauch in den verschiedensten Braten-, Schmor-, Fisch- und Eintopfgerichten verwendet. Grundsätzlich sollte Knoblauch nicht beim Anbraten dieser Gerichte verwendet werden. Wird der Knoblauch zu braun, schmeckt er bitter.

In vielen Ländern der Erden werden Knoblauchkeime und Knoblauchzehen in Salzlake oder Öl eingelegt. So werden in einer echten spanischen Tortilla Español nur Knoblauchkeime verwendet. Die eingelegten grünen Knoblauchkeime haben einen sehr milden Geschmack und sehen optisch den Grünen Bohnen sehr ähnlich.

Als "Vanille des armen Mannes bzw. der armen Frau" wird Knoblauch in manchen Gegenden Österreich bezeichnet. Der in Wien bekannte "Vanille-Rostbraten" ist daher nicht mit Vanille, sondern mit Knoblauch gewürzt.

Im Deutschen Kulturbereich wurde Knoblauch wegen seiner körperlichen Ausdünstung, wenig oder gar nicht benutzt, da diese als störend empfunden werden. Der strenge Geruch kommt jedoch nicht wie oft angenommen aus dem Magen, sondern von der Atemluft und wird nur von Menschen wahrgenommen, die keinen Knoblauch verzehrt haben.